Indiana, here I come

June 9th, 2011

Nach Kansas kam Missouri und damit kam kaum eine Veränderung… etwas weniger flach, aber ansonsten auch recht unspektakulär, wenn man von den Flüssen (Namensgebend und Mississippi) absieht.

So habe ich auch diesen Bundesstaat ohne besondere Ereignisse durchfahre. Das aufregendste Ereignis war die Sichtung der „Deutschheim Historical Site“. Natürlich habe ich die Interstate sofort verlassen und bin in die Richtung gefahren und erreichte, nach weiterer Querung des Missouri, die Stadt „Hermann“. Die heißt tatsächlich so und wurde vor über hundert Jahren von deutschen Siedlern gegründet. Leider wurden bei einer Explosion die Hauptzahl dieses Siedler getötet. Kann ja nicht immer gut gehen… diese ungezähmte Besiedeln.

Die Stadt sieht nun aber mittlerweile aus wie jede andere Kleinstadt in den USA. Aber immerhin gibt es die Mozart Street und ähnliche deutsche Straßennamen.

Bevor ich nun aber anfing den Amerikanern von den Deutschen zu erzählen, bin ich weiter gefahren.

Ich habe es ohne große Unterbrechung bis nach Bloomington geschafft. Sogar ohne die Nutzung von Navigationsgerätschaften!

Wie schon beim letzten Besuch finde ich es hier sehr angenehm… nur so warm war es beim letzten Mal nicht. Gefällt mir aber gut so!

Ich werde mich die nächsten Tage hier noch ein wenig aufhalten und entspannen… muss ja auch mal sein!

Great Langeweile – Fotos

June 8th, 2011

Immer nur geradeaus – Great Plains

June 8th, 2011



Meine heutige Etappe führte mich durch Colorado und Kansas und damit durch die Great Plains. Und die sind wirklich very great, very plain und verdammt nochmal… very very langweilig!

Stundenlang fast nur geradeaus. Links und rechts Weide- und Ackerflächen bis zum Horizont, nur unterbrochen von kleinen Ansiedlungen (die meist aus Tankstellen, Schnellrestaurants und Motels bestehen)!

Über jedes größere Insekt, welches sich an meiner Windschutzscheibe den Arsch durch den Kopf hat gehen lassen, war ich sehr dankbar. Das Knacken sorgte für ein wenig Abwechslung!

Die andere Abwechslung bestand aus den Straßenschildern und das war es auch schon an Abwechslung!

Überhaupt sieht der Jeep, nach gut 2,5 Wochen, wie ein Massengrab für Insekten aus!

Das einzig Schöne an den Great Plains war das Wetter. Sonnig (mit einer kurzen Wolkenfrontunterbrechung am Nachmittag) und immer so um die 24°-37°Celsius. Jetzt gerade, 21:07 Uhr Ortszeit, herrschen schweißtreibende 29° Celsius vor der Tür! Das nenne ich mal Wärme. Obwohl es sich bei der Wetterlage um perfektes Tornadowetter handelt, habe ich keinen der Stürme gesehen. Also bleib ich, bis morgen (mein morgen!), in Kansas und machen keinen tornadobedingten Ausflug nach Oz!

Die Nacht verbringe ich nun in einem Motel in Kansas / City und ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, ich befinde mich schon wieder in Deutschland, genauer gesagt in Meppen. Ist das eine langweilige Stadt. Der Spitzname soll „Heart of America“ sein. Da wundert es mich nicht, dass manch einer die Staaten für tot erklärt… er muss Kansas / City besucht haben!

Gegessen habe ich dann heute mal mexikanisch. Der Laden hieß „Jose Pepper“ und meine Bedienung hat irrsinnig schnell gesprochen. Sie hat mir dann gefüllte Chili-Schoten empfohlen, da sie mir hierzu noch ein Bild zeigen konnte, wusste ich wenigstens annähernd wozu ich ja gesagt habe. Beim Hauptgericht habe ich nur Chmichanga verstanden und dann hat meine „Ab-durch-die-Hecke-Hammy-like“-Bedienung noch einiges zum Hauptgericht gesagt und mich schwindlig geredet… ich hab dann einfach „Nehm ich!“ gesagt, bevor die junge Frau noch weiter ausholt und noch mehr erzählt, was ich nicht verstanden hätte. ;-)

Das Essen war dann aber sehr lecker. Es gab gefüllte Jalapeño-Schoten (schön scharf) und eine Chimichanga mit Hühnchenfüllung, Reis und Bohnen. Hat sehr gemundet und war, typisch amerikanisch, eine verdammt große Portion!

Da Kansas / City einfach nur langweilig ist, fahre ich morgen weiter und werde mich nach Indiana begeben. Dort treffe ich dann nette Menschen, deren Bekanntschaft ich einer charmanten jungen Frau verdanke. :-)

Sandstürme und Schneefelder – Fotos

June 7th, 2011

Erkenntnisse fürs Leben ;-)

June 7th, 2011

Die 5000 Meilen sind durchbrochen. Damit bin ich nun über 8000 Kilometer unterwegs und ich habe bisher jeden Kilometer genossen!

Heute führte mich mein Weg weiter Richtung Osten (ein Glück ist das hier Amerika und nicht Deutschland ;-) ).

Zunächst fuhr ich durch die zerklüftete Landschaft von West-Utah. Steppe, Wüste, Schluchten und Hügelketten wechseln sich hier immer wieder ab. Es ist sehr trocken und heute war es dazu auch noch sehr windig. Und so fuhr ich durch kleinere Sandstürme und war froh, dass das nicht mein Auto ist, als ich den Sand hörte, der auf die Flächen des Jeeps einprasselte. Ich bin dort auch an einigen Aussichtspunkten an der Interstate ausgestiegen. Wenn dort dann eine Böe aufkam, war das sehr unangenehm plötzlich im Sand zu stehen.

Trotzdem kommt Utah gleich an zweiter Stelle, nach Kalifornien, als Staaten der USA in denen ich mir ein Leben vorstellen könnte. Die wilde Landschaft und das Klima gefallen mir richtig gut.

Nachdem ich Utah hinter mir ließ, erreichte ich Colorado. Eine ganze Zeit lang fuhr ich am Colorado River entlang. Auf Grund der starken Schneeschmelze in den Gebirgslagen führt dieser zur Zeit Hochwasser. Und so ergab es sich, dass man auf der einen Seite eine Steilwand hat und auf der anderen Seite den reißenden Fluss. Ich wusste teilweise gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Wer nun meint: Auf die Straße! Hmmm… warum sollte ich? So wie die meisten Amis fahren, tun sie es auch nicht. Da hat man oft das Gefühl, das Stevie Wonder am Steuer sitzt und auch noch Zeitung dabei „liest“!

Um nun nach Denver zu kommen, musste ich, nachdem ich die Schluchten des Colorado Rivers zurück ließ, noch zum Teil durch die Rocky Mountains. Diese werden in 3400 Metern Höhe ü.n.N von einem Tunnel durchbrochen (Eisenhower-Johnson-Memorial-Tunnel). War mal der höchstgelegene Tunnel der Welt. Aber mittlerweile wurde er durch diverse andere Tunnel abgelöst. Aber auch wenn er es nicht mehr ist, stellt er ein eindrucksvolles Zeugnis von Ingenieurskunst dar.

In den höheren Lagen der Rockys ist vor kurzem noch Schnee gefallen. So sah es auch aus. Weite Schneefelder mit Spuren von Schneeraupen, Skiern und Schneemobilen.

Auf meinem Weg bin ich an diversen Parks und Monumenten vorbei gekommen, so dass mir eines klar wurde: es gibt hier noch ganz viele Ziele! :-)

Was mir auch klar wurde, vor nicht mal 30 Minuten, es gibt hier auch viel „komischen“ Geschmack. Ich war noch bei „SuperTarget“ – ein großer Supermarkt und habe mir einen Snack kaufen wollen. Als ich dann in dem Regal mit den Chips so aufgepoppte, chipsartige Teile gesehen habe auf denen was von Pork stand, dachte ich, es handelt sich um einen Mais-Snack mit Schinkengeschmack (den so sah das Zeug aus!!!). Auf dem Hotelzimmer habe ich dann bemerkt, dass das Zeug „Pork Skins“ heißt und es sich auch um selbige handelt: Frittierte Schweinehaut! Ich hab natürlich probiert und nun liegt die Tüte, samt Inhalt im Mülleimer!

Was für ein widerliches Zeug!

So endet dieser Tag mit den Erkenntnissen: es gibt hier noch viel zu entdecken und schau vorher genau nach, was Du da kaufst!

Weltwunder und der Weg dahin – Fotos

June 6th, 2011

Grand Canyon… ein Weltwunder

June 6th, 2011

Beeindruckend an der Kante zu stehen und über einen Kilometer geht es nach unten… ziemlich direkt nach unten.

Für die Beschreibung des Grand Canyon kann man eigentlich nur auf Superlative zurück greifen. Unglaublich und atemberaubend, was die Natur dort geschaffen hat. Über Jahrmillionen grub sich der Colorado River hier durch das Gestein und schuf dieses Weltwunder. Am Grund der Schlucht sind Erdschichten erreicht, die zum Teil vor 1,8 Milliarden Jahren entstanden sind. Das sind Zeitabstände, die man sich kaum vorstellen kann… man steht an der Kante und ist einfach überwältigt.

Ich habe mich, wie schon geschrieben, für die Nordseite des Grand Canyons entschieden. Diese liegt im Schnitt auf 2400 Meter über Meeresniveau (die Südseite im Schnitt um 2100 Meter). Diese 300 Meter sorgen für eine sehr unterschiedliche Umgebung. Der Nordrand hat sehr dichte Nadelwälder in den höchsten Lagen und dichten Mischwald darunter. Zum Teil war es, als wenn ich auf einen Teppich schauen würde, so dicht standen die Bäume.

Der Nordrand ist auch kühler und hat deutlich mehr Niederschlag (zumeist als Schnee im Winter, letzte Schneeflecken lagen auch noch, trotz angenehmer knapp 20°Celsius). Durch den Niederschlag ist der Nordrand deutlich dichter bewachsen. Schon die Anfahrt durch diese dichten Wälder ist wunderschön.

Neben diversen Aussichtspunkten gibt es auch eine Menge Wanderwege. Der anspruchsvollste ist der sogenannte „Rim-to-Rim-Hike“. An einem Rand runter, durch die Schlucht am Colorado lang und dann die andere Seite wieder hoch. Sind dann so um die 35 Kilometer (pro Tour!). Das könnte man an einem Tag doch wandern… schon, aber nicht mit den hier gegebenen Begleiterscheinungen wie: 1400-1700 Meter Höhenunterschied zwischen dem Colorado River (ganz unten!!!) und den Rändern, in den Wandermonaten (im Winter ist der Nordrand oft geschlossen wegen bis zu 5m Schnee), also so ab Mai, kann es in der Schlucht um die 50°Celsius heiß werden, man kommt durch 5 verschieden Klimazonen und dann muss man noch auf die Tierwelt achten (Berglöwen, Schlangen, Hirsche, usw.). Da sollte man eine Wanderung schon gut geplant haben und außerdem eine Erlaubnis für eine mögliche Übernachtung.

Da ich nichts geplant habe, habe ich erst eine kleine Runde an der „Grand Canyon North Rim Lodge“ gemacht und dann eine Etappe in Richtung Schlucht genommen, was insgesamt 5,4 Kilometer waren, die insgesamt 1000 Höhenmeter Unterschied hatten (500 runter, dann 500 hoch). Meine Wanderungen im Bryce Canyon waren nette Spaziergänge dagegen. Das hier war extrem fordernd! Aber ich hab mir auch was vorgenommen. Ich komme wieder und mache eine geplante „Rim-to-Rim-Wanderung“!

Für heute bin ich froh, dass ich meine Beine ein wenig hochlegen kann und mich für die morgige Fahrt ausruhen kann. Es geht weiter Richtung Chicago… morgen fahr ich dann nach Denver.

Mal sehen, was der Weg dorthin bereit hält!

Der Rückweg beginnt – Fotos

June 5th, 2011

Bye, bye Hollywood Hills, I’m gonna; miss you where ever I go…

June 5th, 2011

dröhnt es aus den Lautsprechern, während im Rückspiegel diese Hügel immer kleiner werden.

Mit ein wenig Wehmut habe ich die Los Angeles Area heute morgen verlassen und mich auf meinen ca. 2100 Meilen (ca. 3400 Kilometer) langen Rückweg gemacht. Ob die mir hier nochmal ein Auto leihen? Ich wage es zu bezweifeln. Insgesamt werde ich fast 6000 Meilen (ca. 9500 Kilometer) gefahren sein, wenn ich den Wagen abgebe. Er sieht auch nicht mehr so gut aus, nachdem ich ihn über alle möglichen Straßen und Pisten trieb, diverse Klimazonen durchfuhr und diverse Stunden in ihm verbrachte. Aber noch trennen sich ja unsere Wege nicht.

Genau genommen hat mich der angenehme SUV heute wieder nach Utah gebracht. Genauer geschrieben bin ich in St. George. Eine Kleinstadt, die von roten Klippen eingerahmt und durchzogen ist. Ist ein sehr hübsches Städtchen mit 300 Sonnentagen und jetzt gerade um 22:15 Uhr noch mit angenehmen 22°Celsius. Als ich ankam waren es heiße 35°Celsius! Mir gefällt es hier… auf dem ersten Blick wenigstens ;-)

Morgen will ich einen Ausflug zum Grand Canyon machen. Und da der Nordrand wilder und weniger überlaufen von Touristen sein soll, habe ich mich für den North Rim entschieden. Deshalb führt mich mein Weg wieder durch Nevada und Utah.

Obwohl ich die Strecke schon kannte, konnte ich immer wieder neue Dinge entdecken. Aber in meinen Gedanken höre ich weiterhin: Bye, bye Hollywood Hills, I’m gonna; miss you where ever I go…

Member of the biggest Street Gang

June 4th, 2011

Was für ein „Nachtdienst“!

Startete um 17:30 Uhr mit einem Rundgang durch das Anaheim Police Department. Allein die Ausstattung war beeindruckend. Alle Fahrzeuge sind mit GPS ausgestattet und das heißt in diesem Fall, dass den Kollegen ein Navigationssystem an die Hand gegeben wird. Was die Koordination der Kollegen untereinander deutlich vereinfacht! Personalisierte Ausrüstung, welche ein persönliches Laptop einschließt. Dies wir auf den Wagen mitgenommen und wird für Datenabfragen genutzt. Kurz und knapp… dass hier ist die Gegenwart (wird schließlich Technik genutzt, die für jeden Menschen auf normalem Wege erhältlich ist), während andere Länder in der Vergangenheit sind mit der Technik. Ich wert das nicht weiter vertiefen, bevor ich mich noch vergesse :-)

Um den Nachtdienst noch abzurunden, gab es noch ein (nach ersten Erkenntnissen) schief gelaufenes Drogengeschäft, wo ein Gangmitglied ein anderes in den Bauch geschossen hat (glatter Durchschuss). Das gibt s hier ungefähr ein Mal in der Woche.

Spätestens hier gab es aber Übereinstimmungen… viele Entscheidungsträger vor Ort und jeder hatte eine tolle Idee, was dazu führte, dass es nicht voran ging ;-)

Herrlich… einige Dinge sind wohl überall gleich!

Einen Wermutstropfen gab es dann doch… meine Kamera hat den Geist aufgegeben… so hab ich nur wenig Fotos machen können.

Dafür gab es als Souvenirs ein T-Shirt, Basecap, Kaffeebecher und eine Münze des Anaheim Police Department.

Hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und mir einen kurzen Einblick in die Polizeiarbeit in den Staaten gegeben.